Acht Leute verlassen dieselbe Besprechung. Acht verschiedene Besprechungen gehen mit raus.
Der Konstruktivismus erklärt, warum das kein Wahrnehmungsfehler ist und was daraus für ein Coaching folgt.
Jeder baut sich sein Bild der Welt
Der Kern des Konstruktivismus lässt sich in einem Satz sagen: Jeder Mensch baut sich aus seinen Erfahrungen ein Bild der Welt und hält dieses Bild dann für die Welt.
Jean Piaget beobachtete das an Kindern, die sich ihre Begriffe Stück für Stück selbst zusammensetzen. Ernst von Glasersfeld schärfte den Gedanken später zum radikalen Konstruktivismus. Paul Watzlawick trug ihn in die Beratung.
Damit fällt eine bequeme Annahme weg. Es gibt keine Fassung der Lage, auf die sich alle Beteiligten einigen müssten, wenn sie nur ehrlich genug wären.
Viabilität, also Gangbarkeit
Glasersfeld verglich Konstruktionen mit einem Schlüssel. Ein Schlüssel passt in ein Schloss oder er passt nicht. Über den Bau des Schlosses sagt das wenig.
Genauso mit Ihren Überzeugungen. Die Frage lautet, ob eine Sichtweise Ihnen im Alltag weiterhilft. „Mein Chef hat es auf mich abgesehen" kann stimmen. Solange Sie damit arbeiten, verhalten Sie sich entsprechend, und Ihr Chef reagiert darauf.
Eine Konstruktion, die trägt, ist im Coaching wertvoller als eine, die recht hat.
Was systemisch konstruktivistisches Coaching daraus macht
Der Coach arbeitet in der Wirklichkeitskonstruktion des Klienten, nicht aus seiner eigenen. Für die Praxis heißt das: Ihre Beschreibung ist mein Arbeitsmaterial.
Meine Fragen richten sich darauf, wie Sie zu Ihrer Version gekommen sind, welche Stellen darin fest sitzen und welche sich bewegen lassen. Über den Wahrheitsgehalt urteile ich dabei nie. Oft reicht eine einzige zusätzliche Sichtweise, damit eine Situation anders aussieht.
Woran ich das bei mir selbst am deutlichsten merke: Ich habe im Kopf oft schon einen Ansatz, wie sich eine Sache lösen ließe. Und dann werde ich überrascht.
Was die Herausforderung am Ende wirklich auflöst, ist meistens etwas ganz anderes. Darauf wäre ich von außen nicht gekommen.
Wird dann alles beliebig?
Nein. Wenn jeder seine Wirklichkeit baut, könnte man meinen, es sei egal, welche. Das Gegenteil ist der Fall, weil Konstruktionen Folgen haben. Wer sich für unfähig hält, bewirbt sich nicht.
Harte Umstände bleiben außerdem hart. Eine Kündigung wird durch keine Perspektive rückgängig. Beweglich ist, was Sie daraus machen.
Woher die Idee vom Beobachter stammt, der sein System mitprägt, steht auf der Seite zur Kybernetik. Der Rahmen dazu findet sich in der Systemtheorie.
Was dazu gefragt wird
Was unterscheidet konstruktivistisches Coaching von anderen Formen?
Es setzt bei Ihrer Beschreibung an. Ein fertiges Modell davon, wie Menschen funktionieren, bringe ich nicht mit.
Heißt das, ich rede mir meine Lage schön?
Nein. Es geht um zusätzliche Beschreibungen, die genauso zutreffen wie die erste und mehr Handlungsspielraum lassen.
Welche Rolle spielt meine Wahrnehmung?
Sie ist der Ausgangspunkt jeder Sitzung. Wir schauen uns an, wie Ihre Sichtweisen Ihre Erfahrungen formen.
Wie hängt das mit systemischem Coaching zusammen?
Der Konstruktivismus liefert die Haltung, das systemische Coaching die Methoden.
Was kostet ein Coaching in München?
- Einzelcoaching für Selbstzahler: 250 Euro pro Sitzung (ca. 90 Minuten)
- Einzelcoaching im Unternehmenskontext: 290 Euro pro Sitzung (ca. 90 Minuten)
- Tagespauschalen, Workshops und Vorträge: Preis nach Vereinbarung
Das Erstgespräch von 30 Minuten ist kostenlos und unverbindlich.
Erzählen Sie mir Ihre Version. Eine halbe Stunde, kostenlos.
Sie schildern die Lage so, wie sie sich für Sie darstellt. Ich frage nach. Danach entscheiden Sie.