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Willi Rauch
Startseite Systemtheorie

Sie können ein System anstoßen. Wohin es kippt, entscheidet es selbst.

Die Systemtheorie beschreibt, warum Veränderungen in Familien und Organisationen selten dort ankommen, wo man sie hingeschickt hat.

Herkunft

Aus der Biologie in die Sozialwissenschaft

Ludwig von Bertalanffy war Biologe. Ab den 1930er Jahren fiel ihm auf, dass Zellverbände, Organismen und Populationen nach vergleichbaren Regeln funktionieren, obwohl sie aus völlig verschiedenem Material bestehen. Daraus entstand die Allgemeine Systemtheorie.

Der Soziologe Niklas Luhmann übertrug den Gedanken später auf Gesellschaft und Organisationen. Bei ihm bestehen soziale Systeme aus Kommunikation, also aus dem, was zwischen den Beteiligten läuft.

Genau dieser Sprung von der Zelle zur Abteilung macht die Theorie für Coaching brauchbar.

Ein Mobile aus Holzstäben vor einer weißen Wand, Bild mit KI erstellt
Die Grundgedanken

Drei Sätze, auf die es ankommt

Ein System zieht seine eigene Grenze. Was dazugehört und was Umwelt ist, entscheidet das System selbst. Eine Familie weiß sehr genau, wer dazuzählt, und ein Team weiß, wer mitredet.

Ein System organisiert sich selbst. Es nimmt von außen nur auf, was zu seiner bisherigen Ordnung passt. Deshalb verpuffen gut gemeinte Ratschläge so zuverlässig.

Alles hängt an allem. Ein Mobile bewegt sich komplett, wenn Sie ein einziges Stäbchen anstupsen. Wo es hinschwingt, bestimmt der Bau des Mobiles, kaum die Richtung Ihres Fingers.

Was das für eine Sitzung bedeutet

Wenn Systeme sich selbst organisieren, kann ich Ihnen nichts einbauen. Ich kann eine Störung setzen, meistens in Form einer Frage, und schauen, was das System daraus macht.

Deshalb frage ich früh nach dem Umfeld. Wer merkt es zuerst, wenn Sie etwas ändern? Wer profitiert davon, dass alles bleibt, wie es ist? Solche Fragen zeigen die Grenze, die das System um sich gezogen hat.

Und sie zeigen oft, dass die Lösung an einer ganz anderen Stelle liegt als das Problem.

Im Coaching sitzt mir nur eine Person gegenüber. Verändern kann sich trotzdem das ganze Umfeld.

Sie sind ein Teil Ihres Systems. Wenn Sie Ihre Haltung ändern, reagieren die anderen Teile darauf. Das ist oft verblüffend, auch für mich.

Wo die Theorie an ihre Grenze kommt

Die Systemtheorie beschreibt, wie etwas funktioniert. Sie sagt nichts darüber, was gut ist. Für die Frage, ob Sie kündigen sollen, liefert sie kein Argument.

Der Satz „alles hängt mit allem zusammen" taugt außerdem hervorragend als Ausrede. Wer ihn ernst nimmt, sucht trotzdem weiter nach der Stelle, an der er selbst handeln kann.

Wie die Perspektive des Beobachters ins Spiel kommt, steht auf der Seite zum Konstruktivismus. Wie Rückkopplung funktioniert, auf der Seite zur Kybernetik.

Fragen

Was oft nachgefragt wird

Was unterscheidet die Systemtheorie von anderen Erklärungsmodellen?

Sie schaut auf die Beziehungen zwischen den Teilen. Die Eigenschaften einer einzelnen Person erklären dabei weniger als die Muster, in denen sie steckt.

Was heißt selbstorganisierend genau?

Ein System entwickelt seine Regeln intern und passt sie an, ohne dass jemand von außen eingreift. Es reagiert auf Anstöße nach eigener Logik.

Brauche ich das Wissen, um ein Coaching zu machen?

Nein. Die Theorie steckt in den Fragen, die ich stelle. Erklären muss ich sie dabei nicht.

Wie hängt das mit systemischem Coaching zusammen?

Die Systemtheorie ist die Grundlage. Wie daraus Praxis wird, steht auf der Seite systemisches Coaching.

Was kostet ein systemisches Coaching in München?

  • Einzelcoaching für Selbstzahler: 250 Euro pro Sitzung (ca. 90 Minuten)
  • Einzelcoaching im Unternehmenskontext: 290 Euro pro Sitzung (ca. 90 Minuten)
  • Tagespauschalen, Workshops und Vorträge: Preis nach Vereinbarung

Das Erstgespräch von 30 Minuten ist kostenlos und unverbindlich.

Nächster Schritt

Reden wir über Ihr System. Eine halbe Stunde, kostenlos.

Sie beschreiben, worin Sie stecken. Ich stelle die ersten Fragen, und dann entscheiden Sie.